Leserbrief an die Hohenloher Zeitung

13.1.2016

„Probleme ohne Tabus angehen

Ich danke für die Einladung in den Kongo. Die Flüchtlinge im Kongo und die Masse der hierher kommenden Flüchtlinge unterscheiden sich erheblich. In meinem Auslandsjahr in Afrika habe ich viel Elend , aber auch viel Reichtum unter den Afrikanern gesehen. Wenn Frau Weiß sich mit unseren Anliegen wirklich befaßt hätte, wüßte sie, weshalb wir gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik sind: Hier werden Unmassen an Geldern verbraucht, die vor Ort viel sinnvoller und effektiver eingesetzt werden könnten. Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind auf dieser Welt, während hier für viele Euro-Millionen überhaupt erst einmal Unterkünfte errichtet werden müssen. Wir fordern Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort. Wir trauen den Menschen in Afrika zu, daß sie selbständig ihre Probleme lösen könnten, wenn nicht immer wieder Spekulanten sowie Staaten und Gruppierungen Bodenschätze ausbeuten wollten, die Menschen gegeneinander hetzen würden, so daß keine Ruhe einkehrt. Auch z.B. die Missionsarbeit der Kirchen fördert letztlich wieder Konflikte mit anderen Glaubens-gemeinschaften vor Ort. Nebenbei verdient auch die Waffenindustrie fleißig an den geschürten Konflikten. Es ist gut, wenn es zu interkulturellen Unterstützungen kommt. Das sollte aber aus Respekt vor der Eigenständigkeit der Völker niemals bevormundend oder missionierend geschehen. Wer Probleme lösen will, muß sich ohne Tabus mit allen Seiten des Problems befassen, sonst wird er auf Grund ideologischer Sichtweisen die Probleme nicht lösen sondern verschärfen.“

Dieser Leserbrief wurde erst nicht veröffentlicht mit der Begründung, er enthielte zu viele Mutmaßungen. Nachdem allerdings veröffentlicht wurde, daß die Zeitung von meiner Emailadresse einen Leserbrief bekommen hat, mußten sie ihn wohl doch veröffentlichen. Das wäre doch sonst sehr verwunderlich gewesen. Eigentor? Ich weiß es nicht. Zumindest wurde er aber etwas gekürzt, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Es gibt anscheinend keine reichen Afrikaner und die Kirche trägt nicht zu Glaubenskonflikten bei. Zumindest wurden diese Teile weggelassen.

Anlaß zu diesem Leserbrief war, daß ich in der HZ von einer Frau Weiß aus Oberkotzau bei Halle an der Saale netterweise in den Kongo eingeladen wurde, um mir dort mal ein Bild von den Flüchtlingen zu machen.

 

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