Leserbrief an die Hohenloher Zeitung

Leserbrief zu Ihrem Artikel vom 12.01.2016 über die Demonstrationen in Öhringen

Sehr geehrte Mitarbeiter(innen) der Hohenloher Zeitung,

bzgl. Ihres Artikels vom 12.01.2016 über die Demonstrationen in Öhringen möchte ich als Leser gerne folgende Punkte anmerken:

  1. Sie schreiben, dass die Ludendorff-Bewegung eine Völkische Ideologie vertreten würden. Der Umgang mit dem Wort Ideologie sollte von Redakteuren einer Zeitung vorsichtig gewählt werden, denn es gibt gravierende Unterschiede zwischen den Begriffen Ideologie, Religion und Weltanschauung. Das Wort Ideologie passt definitiv nicht zur Ludendorffschen Weltanschauung, da diese sich, im Gegensatz zu Ideologien, mit allen Fragen des Lebens und der Schöpfung auseinandersetzt. Mathilde Ludendorff ist daher als Philosophin und nicht als Ideologin zu sehen.
  2. Wenn wir uns unter Punkt 1. Mit Ideologie, Weltanschauung und Religion beschäftigten, ist die Frage, was der veröffenlichten Meinung (gemeinhin auch gerne öffentliche Meinung genannt) zu Grunde liegt. Wissenschaftliche Wahrheit ?  Der Weisheit letzter Schluss ? Seit langem beobachte ich mit Missmut eine Vorgehensweise in der öffentlichen Berichterstattung, die nicht nachvollziehbar ist. Es wird so getan, als sei der Wunsch in einer multikulturellen Gesellschaft zu leben die einzige mögliche Wahrheit, die für alle zu gelten habe und natürlich auch von allen intelligenten und moralisch einwandfreien Bürgern bereits so akzeptiert sei. Das ist falsch ! Es gibt weder einen wissenschaftlichen Beweis für die Richtigkeit dieser Aussage (im Gegenteil) noch ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung für die Etablierung dieser Lebensform in Deutschland. Man muss sich also fragen, ob nicht die Befürworter der multikulturellen Gesellschaft die eigentlichen Ideologen sind, die jeden Bürger, der es wagt, diese veröffentlichte Meinung nicht zu teilen, stigmatisieren. Wenn man Ihrer Argumentation folgen würde könnte man meinen, dass es an und für sich schon ein Beweis für eine „falsche Ideologie“ sei, wenn man glaubt, ein Volk sei etwas Schützenswertes. Wenn dem so wäre, dann würde Ihre Zeitung eine Ideologie vertreten, die gegen jedes geltende Völkerrecht verstößt, denn das Völkerrecht geht durchaus von der Existenz von Völkern und der Notwendigkeit des Schutzes von Völkern aus. Ansonsten wäre der Tatbestand des „Völkermordes“ im Völkerrecht gar nicht gegeben, denn gäbe es keine Völker, dann wäre der Mord an Völkern nichts anderes als der Mord an einer Summe menschlicher Individuen und somit wäre eine Differenzierung zwischen den Begriffen Mord und Völkermord gar nicht nötig. Oder sind sie der Meinung, daß das Deutsche Volk nicht geschützt werden müsse, da es durch seine Geschichte das Recht auf Schutz verloren hätte ? Sollte das wirklich die Meinung der Redaktion der Hohenloher Zeitung sein, dann stehen Sie mit dieser Meinung sicherlich ziemlich isoliert da. Auf jeden Fall bewegen Sie sich nicht mehr auf dem Boden des Völkerrechts.
  3. Sonnhild ist ein germanischer, kein keltischer Name. Hier hat ihre Redaktion ebenfalls schlecht recherchiert.
  4. Sie sagen, die Ludendorff-Bewegung werde vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Verfassungsschutz ist ein Inlands-Geheimdienst, der gegen alle möglichen Vereine und Gruppierungen ermittelt. Er hat weder richterliche Autorität noch ist die Tatsache allein, von diesem Inlandsgeheimdienst beobachtet zu werden, in irgendeiner Form aussagekräftig. Es wäre auch schlimm, wenn die subjektive Meinung eines Inlandsgeheimdienstes über Wohl und Wehe von den Menschen eines Landes entscheiden könnte, denn dann hätten wir Zustände wie in der DDR.

Ingo Henn

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